Der Status Quo: Eine Region in Gefahr

Die vier Meiler von Cattenom wurden ab 1979 gegen massiven internationalen Widerstand und mit staatlicher Subvention errichtet. Seit Jahrzehnten gefährdet diese Hochrisikotechnologie die gesamte Großregion Saar-Lor-Lux. Zahlreiche Pannen und Störfälle belegen: Diese Anlage ist am Limit.

Atomkraft ist ein Irrweg. Im Jahr 2026 jähren sich die Katastrophen von Tschernobyl zum 40. und Fukushima zum 15. Mal. Diese Jahrestage sind eine eindringliche Mahnung: Das „Unvorstellbare“ kann jederzeit passieren – auch mitten in Europa. Von der CO₂-belasteten Urangewinnung bis hin zum täglichen Risiko einer Kernschmelze: Diese Technologie ist weder sauber noch sicher. Mit dem ungelösten Endlager-Problem hinterlassen wir künftigen Generationen eine gefährliche und teure Hypothek. Atomkraft kostet uns die Zukunft.


20 Störungen & Störfälle
208 „Abweichungen“

von 2020-2024 lt. Bericht EDF (INES-Skala 0-2)

150+ Störungen & Störfälle
1500+ „Abweichungen“

ca. seit Inbetriebnahme der Reaktoren (INES-Skala 0-2)


Die geplante Laufzeitverlängerung

Mitten in unserer Grenzregion riskiert der Betreiber EDF (Électricité de France) eine Katastrophe: Anstatt die jahrzehntealten Reaktoren endlich abzuschalten, ist der Weiterbetrieb für mindestens zehn weitere Jahre geplant.

  • Mangelnder Schutz: Die Anlage ist gegen moderne Bedrohungen wie Flugzeugabstürze, Terroranschläge oder Drohnenangriffe strukturell kaum geschützt. Fukushima hat gezeigt, dass auch in Hochtechnologieländern vermeintliche Sicherheitsgarantien im Ernstfall versagen. Beispiele realer Flugzeugabstürze in der Nähe anderer AKWs bestätigen das Gefahrenpotenzial zusätzlich.
  • Klimarisiken: Rekordhitze und Niedrigwasser gefährden die lebensnotwendige Kühlung. Gleichzeitig ist die Anlage nicht für extreme Sturzfluten ausgelegt, die durch den Klimawandel zunehmen.
  • Ökosystem Mosel: Als extreme Energieverschwender leiten die Reaktoren riesige Mengen Abwärme in die Mosel. Dieses bis zu 33°C warme Abwasser raubt dem Fluss den Sauerstoff und zerstört das ökologische Gleichgewicht. So werden die Reaktoren zu ökologischen Zeitbomben.

Trotz dieser Gefahren hält die EDF technische Details der Risikobewertung weiterhin unter Verschluss.

Unser Appell bleibt klar: Keine Laufzeitverlängerung – Cattenom muss vom Netz!


Unsere Ziele und Forderungen

Wir fordern von den Regierungen und Verantwortlichen angesichts der inakzeptablen Risiken:

  • Grenzüberschreitende Umweltverträglichkeitsprüfung: Volle Transparenz über die Risiken gemäß der Espoo-Konvention (Europarecht).
  • Unabhängige Studien: Erforschung der zunehmenden Gefahren durch die Klimakatastrophe für den AKW-Betrieb.
  • Juristischer Widerstand: Ausschöpfung aller Klagewege gegen den Weiterbetrieb.
  • Echte Aufklärung: Die Bevölkerung muss die Wahrheit erfahren. Im Ernstfall gibt es keinen wirksamen Schutz vor Verstrahlung. Jodtabletten sind ein reines „Feigenblatt“ – im Falle eines GAUs kämen sie aufgrund des zu erwartenden Verkehrschaos und der panikartigen Flucht zu spät oder gar nicht an.

Wir rufen alle Bürger_innen, Parteien und Umweltgruppen der Großregion auf: Engagieren Sie sich gegen die Laufzeitverlängerung und beteiligen Sie sich an Protestaktionen!


Wie Sie uns unterstützen können

Werden Sie Teil des Widerstands:

  1. Informieren & Mobilisieren: Machen Sie unseren Protest sichtbar: Teilen Sie unsere Plakate und Sharepics in den sozialen Netzwerken. Sprechen Sie mit Ihrem Umfeld über das Thema. Unterstützen Sie die Kampagne mit Ihrer Gruppe, Ihrem Verein oder Ihrer Organisation. Nutzen Sie unsere Aufkleber, Postkarten und Plakate.
  2. Politischer Druck: Sprechen Sie mit Ihren Abgeordneten. Unterstützen Sie keine Parteien, die auf die gefährliche Atomkraft setzen (wie die AfD oder Teile der CDU/CSU und der FDP).
  3. Lokale Energiewende: Unterstützen Sie Energiesparprogramme und erneuerbare Energien in Bürger_innenhand in unserer Region.

Zeigen wir, dass wir die Laufzeitverlängerung ablehnen. Wir fordern die Stilllegung der Pannenreaktoren von Cattenom sowie eine gemeinsame Kraftanstrengung für echten Klimaschutz und erneuerbare Energien in unserer Grenzregion.

Grenzenlose Gefahr braucht grenzenlosen Widerstand!

Cattenom abschalten – bevor es uns abschaltet!


Prof. Dr. Karl Hans Bläsius
Informatiker
aktuelles Buch „Künstliche Intelligenz und Krieg

Foto: privat

Der Betrieb von Kernkraftwerken ist gegenüber künftigen Generationen völlig verantwortungslos. Radioaktiver Abfall muss für mindestens eine Million Jahre sicher gelagert werden. Dies bedeutet, dass alle künftigen Generationen für den Strom zahlen, den wir heute verbrauchen. Auch werden alle künftigen Generationen dem Risiko ausgesetzt sein, dass Ereignisse wie Meteoriten-Einschläge, Erdbeben oder kriegerische Handlungen zu nicht bewältigbaren Katastrophen in Zwischen- und Endlagern führen können.“

Yu Kajikawa
Aktivistin, Sayonara Nukes Berlin

Foto: privat

„Die Behörden, die einst gesagt hatten, es würde niemals einen Atomunfall geben, haben nach dem GAU [in Fukushima] kurzerhand den „Grenzwert“ für Strahlung gelockert. Die radioaktive Kontamination besteht trotzdem weiterhin. […]
Auch nach dem Atomausstieg ist Deutschland umgeben von uralten und maroden Atomkraftwerken in Nachbarsländern. Wenn sich ein schwerer Unfall in einer dieser Atomanlagen [wie Cattenom] ereignen sollte, egal ob durch menschliche Fehler, Naturkatastrophen, im Krieg oder durch einen Flugzeugabsturz, hätten wir genauso verheerende Folgen, wie wir sie aus Tschernobyl und Fukushima kennen. Radioaktive Wolken kennen keine Grenze. Die einzig sichere Vorbeugung heißt: Alle Atomanlagen sofort abschalten!

Wolfgang Ehmke
Aktivist, BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V.

Foto: © Kina Becker

„2009 tourte eine bunte Crew aus dem Wendland quer durch die Republik. Auf Marktplätzen wurde ein Bohrturm zur Endlagersuche errichtet, Straßentheater, Musik & Gespräche – wir mobilisierten für die große Anti-Atom-Demo am 4.9. in Berlin mit 40.000 Menschen zum Atommüllproblem.
Natürlich gab’s einen Abstecher nach Cattenom, weder Radioaktivität noch Solidarität kennt Grenzen. Die Hoffnung war damals schon (!), dass Brände, Kühlprobleme, fehlerhafte Rohre dazu führen, die alternden Reaktoren abzuschalten. Stattdessen die Verlängerung? Ja, geht´s noch?
Ich mag es mir kaum ausmalen, die schwerwiegenden Folgen einer Panne, eines schweren Unfalls für die Region und Europa. Das Spiel mit dem atomaren Feuer muss endlich ein Ende haben. 4 Reaktoren in Cattenom sind 4 Reaktoren zu viel. Luttons ensemble, nucléaire – non merci!

Dr. Hildegard Slabik-Münter
Kinderärztin
IPPNW und Aktionsbündnis „atomwaffenfrei.jetzt“

Foto: privat

„Laut IPPNW (Internationale Ärztinnen und Ärzte gegen den Atomkrieg) sind Kinder, die der Strahlung in Fukushima ausgesetzt waren, 20 mal häufiger an Schilddrüsenkrebs erkrankt, als es statistisch zu erwarten war!
Uranbergbauer und Menschen aus der Umgebung von Urangruben erkranken bekanntermaßen unter anderem gehäuft an Lungenkrebs. Von Atomreaktoren gehen in allen Phasen (Uranabbau, Betrieb, Endlagerung und natürlich bei Unfällen) unvertretbare Gefahren aus. Auf keinen Fall darf ein 40 Jahre alter Pannenreaktor eine Laufzeitverlängerung erhalten.

Raymond Becker
Friddens- a Solidaritéitsplattform Lëtzebuerg

Foto: privat

Nein zur Laufzeitverlängerung des Atomkraftwerkes in Cattenom.
„Trotz schwerster Unfälle wie Fukushima bleibt es unverständlich warum immer wieder einer „Renaissance der Atomenergie“ das Wort geredet und gar diese höchst risikoreiche Energiequelle als „klimafreundlich“ angepriesen wird.
Atomenergie erlebt keine Renaissance, ist eine Hochrisikotechnologie und verschlingt wahnsinnige Milliarden bei Neubau oder Laufzeitverlängerung. Wohin mit dem radioaktiven Müll bleibt unbeantwortet. Zudem ist Atomenergie eng mit der Entwicklung von Atombomben verbunden.
Die enormen Risiken der Atomenergie müsssen im öffentlichen Diskurs klar benannt werden. Die Zukunft gehört den erneuerbaren Energiequellen.“

Markus Pflüger
Dipl. Geograph
Aktivist, Mitbegründer Antiatomnetz Trier

Foto: privat

„Wir fordern die französische Regierung und die EDF auf, die Pläne sofort zu stoppen. Von den betroffenen Landesregierungen erwarten wir, dass sie sich auf allen diplomatischen Ebenen entschieden gegen den Weiterbetrieb einsetzen. Dazu gehören das aktive Einfordern einer Umweltverträglichkeitsprüfung, Transparenz und notfalls der Klageweg.
Die Bevölkerung muss umfassend über die Hochrisikotechnologie informiert werden. Die Verantwortlichen müssen endlich einräumen, dass es keinen wirksamen Katastrophenschutz gibt, statt auf unzureichende Maßnahmen wie Jodtabletten zu verweisen.
Cattenom Laufzeitverlängerung? – Nein Danke!

Andreas Zumach
Journalist

Foto: Heinrich-Böll-Stiftung (cropped&mirrored)
Lizenz: CC BY-SA 2.0

„Ich unterstütze die Kampagne (gegen die Lauftzeitverlängerung von Cattenom). Denn jegliche Laufzeitverlängerung oder gar der Neubau von Atomkraftwerken ist aus umwelt-, sicherheits-,energie- und wirtschaftspolitischen Gründen der gundfalsche Weg und behindert den dringend notwendigen Ausbau erneuerbarer Energien.


Folgende Gruppen, Vereine und Organisationen unterstützen die Kampagne bereits:

…weitere folgen demnächst…

Unterstützen auch Sie die Kampagne mit Ihrer Gruppe, Ihrem Verein oder Ihrer Organisation. Schicken Sie uns dazu einfach eine E-Mail an kontakt[at]antiatomnetz-trier.de mit dem Betreff „Kampagne STOPP CATTENOM!“ und dem Text „Ja, wir unterstützen eure Kampagne als Gruppe, Verein oder Organisation. Ihr könnt uns unter folgendem Namen nennen: …


Aktionsplan 2026

Helfen Sie mit oder informieren Sie sich bei unseren Informations- und Protestaktionen, die wir gemeinsam mit Atomkraftgeger_innen der Großregion planen:

Hinweis: Bei uns haben Nazis keinen Platz! Die Kampagne Stopp Cattenom, gegen die Laufzeitverlängerung behält sich bei ihren Veranstaltungen und Aktivitäten vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische, verschwörungsideologische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zu Veranstaltungen, Demonstrationen und Aktionen zu verwehren oder von diesen auszuschließen. 

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